Kurz gesagt: Wasche benutzte Geschirrtücher bei mindestens 60 °C, wechsle sie mindestens einmal pro Woche, bei täglicher Nutzung eher öfter, und verzichte auf Weichspüler. Damit hältst du deine Küche hygienisch und deine Tücher saugstark. Alles Weitere, von der richtigen Temperatur über müffelnde Tücher bis zum Einlaufen, klären wir hier Frage für Frage.
Wie oft solltest du Geschirrtücher wechseln und waschen?
Mindestens einmal pro Woche, bei intensiver Nutzung öfter. Das ist die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Bei sehr häufiger täglicher Nutzung nennt das BfR sogar einen täglichen Wechsel, und wenn du mit rohem Fleisch hantiert hast, gehört das Tuch schon nach einmaliger Benutzung in die Wäsche.
Der Grund ist einfach: In der Küche wischst du mit dem Tuch oft nicht nur Geschirr trocken, sondern auch Arbeitsflächen und Hände. Ein feuchtes, warmes Tuch mit Lebensmittelresten ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Bei einer Untersuchung der University of Mauritius (100 Küchentücher nach einem Monat Nutzung), vorgestellt auf der Fachtagung ASM Microbe in Atlanta vom 7. bis 11. Juni 2018, wiesen 49 % der Tücher Bakterienwachstum auf; davon zeigten 36,7 % coliforme Keime, 36,7 % Enterokokken und 14,3 % Staphylococcus aureus. Feuchte und für mehrere Zwecke genutzte Tücher waren stärker belastet, ebenso Haushalte mit Fleischverzehr. (Zur Einordnung: Es handelt sich um einen Konferenzbeitrag, nicht um eine begutachtete Veröffentlichung.)
Praktisch heißt das: Nach Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch oder Ei gehört das Tuch sofort in die Wäsche. Und benutze für Hände und für Geschirr getrennte Tücher, das empfiehlt auch das BfR ausdrücklich.
Bei wie viel Grad wäschst du Geschirrtücher?
Bei mindestens 60 °C. Diese Temperatur tötet den Großteil der Keime und Bakterien zuverlässig ab, das ist die klare Empfehlung des BfR.
40 °C reichen für die Optik, aber nicht für die Hygiene. Bei 30 bis 40 °C überleben viele Bakterien und siedeln sich mit der Zeit auch in der Maschine an; hinzu kommt, dass sparsame Eco-Programme laut Tests der Stiftung Warentest die eingestellte 60-Grad-Marke oft gar nicht voll erreichen, sodass Keime überleben können. Für normal benutzte Geschirrtücher ist 60 °C daher der richtige Standard.
90 oder 95 °C brauchst du nur bei besonders hoher Keimbelastung, etwa nach viel rohem Fleisch, oder wenn jemand im Haushalt ein geschwächtes Immunsystem hat. Reine Baumwolle und Leinen vertragen solche Temperaturen meist problemlos, ein Blick aufs Pflegeetikett gibt Sicherheit. Waschmaschinen, die überwiegend kühl laufen, sollten übrigens ab und zu einen 60-Grad-Gang bekommen, damit sich in der Trommel kein Belag bildet.
Welches Waschmittel eignet sich?
Für weiße Geschirrtücher ein Vollwaschmittel, für bunte ein Colorwaschmittel.
Vollwaschmittel enthält Bleichmittel und optische Aufheller. Das hält Weißes weiß, entfernt Flecken gut und tötet Keime besonders zuverlässig ab, ein echter Vorteil in der Küche. Für Buntes ist es nicht ideal, weil die Bleiche die Farben ausbleicht.
Colorwaschmittel kommt ohne Bleiche und Aufheller aus und schützt so die Farben deiner bunten Tücher. Pulverwaschmittel schneidet bei der Waschleistung oft besser ab als flüssiges, weil festes Vollwaschmittel wirksames Bleichmittel enthält, das flüssigen Produkten in der Regel fehlt. Auf Weichspüler solltest du in beiden Fällen verzichten, warum, steht im nächsten Abschnitt.
Geschirrtücher und Weichspüler: warum das keine gute Kombination ist
Weichspüler macht Geschirrtücher weniger saugfähig. Er legt sich mit seinen Inhaltsstoffen wie ein feiner Film um die Fasern; das fühlt sich weich an, verringert aber genau die Fähigkeit, die ein Geschirrtuch braucht: Wasser aufzunehmen.
Bei allen Tüchern, die zum Trocknen da sind, also Geschirr-, Hand- und Duschtüchern, ist Weichspüler deshalb kontraproduktiv. Willst du weiche Tücher ohne Saugkraftverlust, hilft der Trockner oder ein Schuss Haushaltsessig ins Weichspülerfach. Ist versehentlich Weichspüler mit im Spiel gewesen, hilft meist ein zweiter Waschgang bei 60 °C ohne Zusatz.
Geschirrtuch stinkt oder riecht muffig: Ursachen und Abhilfe
Wenn ein Geschirrtuch müffelt, sind fast immer Bakterien die Ursache. Sie vermehren sich in feuchten Tüchern und hinterlassen Geruch, oft verstärkt durch einen Biofilm in der Waschmaschine und durch zu kühles Waschen.
Die häufigsten Auslöser:
- Das Tuch bleibt feucht und zusammengeknüllt liegen, statt zu trocknen.
- Es wird nur bei 30 bis 40 °C gewaschen, dabei überleben Bakterien.
- In Trommel, Gummidichtung und Waschmittelfach hat sich ein Biofilm gebildet, eine Schicht aus Bakterien, Fett- und Waschmittelresten.
Was hilft:
- Bei mindestens 60 °C mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel waschen.
- Das Tuch nach Gebrauch aufhängen, damit es zügig trocknet, statt es feucht liegen zu lassen.
- Die Maschine regelmäßig pflegen: einmal im Monat ein 60-Grad-Gang mit Vollwaschmittel, Gummidichtung trocken wischen, Tür nach dem Waschen offen lassen.
- Tücher nicht tagelang feucht im Wäschekorb sammeln.
Neue Geschirrtücher saugen nicht: woran das liegt
Neue Tücher saugen oft schlecht, weil sie noch Produktionsrückstände oder eine sogenannte Appretur enthalten. Diese Ausrüstung erleichtert Herstellung und Verarbeitung, legt sich aber wie ein Film um die Fasern und wirkt zunächst wasserabweisend.
Die Lösung: neue Geschirrtücher vor dem ersten Gebrauch waschen, nach Pflegeetikett und ohne Weichspüler. Oft saugt das Tuch schon nach der ersten Wäsche deutlich besser, bei manchen dauert es ein paar Waschgänge, bis die volle Saugkraft da ist. Das ist normal und kein Qualitätsmangel. Wer es beschleunigen will, legt die Tücher vorab über Nacht in Wasser mit einem Schuss Essig, das löst Rückstände.
Geschirrtücher laufen ein: was du wissen solltest
Baumwolle kann bei der ersten Wäsche etwas eingehen, das liegt in der Natur der Faser. Beim Herstellen werden die Fasern gedehnt, in der ersten Wäsche entspannen sie sich wieder.
Vorgeschrumpfte (sanforisierte) Baumwolle läuft nur wenig ein, meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich (Größenordnung 2 bis 5 %). Nicht vorbehandelte Baumwolle kann deutlich stärker schrumpfen, im Extremfall bis zu rund 20 %. Bei Geschirrtüchern ist ein leichtes Einlaufen praktisch egal, es stört die Funktion nicht. Wenn du es minimieren willst, wasche nach Pflegeetikett und übertreibe es nicht mit der Temperatur. Im Trockner am besten schonend und nicht zu heiß trocknen.
Trocknen und Aufbewahren
Häng dein Geschirrtuch nach Gebrauch auf, statt es zusammengeknüllt liegen zu lassen. Aufgehängt zirkuliert die Luft, das Tuch trocknet schnell, und Bakterien haben weniger Chance. Auch vor dem Waschen gilt: erst trocknen lassen, wenn nicht sofort gewaschen wird. Und ins Schrankfach kommen Tücher erst, wenn sie wirklich trocken sind.
Waffelpiqué richtig pflegen
Waffeltücher aus Baumwolle sind unkompliziert. Ein schöner Nebeneffekt: Die typische Waffelstruktur tritt nach der ersten Wäsche stärker hervor. Die Fäden ziehen sich beim Waschen leicht zusammen, dadurch werden die Waben tiefer und das Gewebe wirkt dicker, weicher und noch saugfähiger. Wasche ohne Weichspüler, dann bleibt die Struktur schön offen und das Tuch behält seine Saugkraft. Unsere Waffeltücher & Servietten werden mit jeder Wäsche weicher, genau deshalb, und auch das einzelne Waffel-Küchentuch profitiert von diesem Effekt.
Wenn du dir noch unsicher bist, welches Material überhaupt zu dir passt, lies unseren Vergleich dazu, welches Geschirrtuch-Material das beste ist.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Geschirrtücher wechseln?
Mindestens einmal pro Woche, bei täglicher Nutzung eher alle ein bis zwei Tage. Nach Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch oder Ei sofort. Das BfR empfiehlt den Wechsel wenigstens wöchentlich, bei intensiver Nutzung häufiger.
Bei wie viel Grad wäscht man Geschirrtücher?
Bei mindestens 60 °C, das tötet die meisten Keime ab. 90 oder 95 °C sind nur bei hoher Keimbelastung oder geschwächtem Immunsystem nötig. Beachte immer das Pflegeetikett.
Warum stinken Geschirrtücher trotz Waschen?
Meist wegen Bakterien, die zu kühles Waschen überleben, oder wegen eines Biofilms in der Waschmaschine. Wasche bei 60 °C mit Vollwaschmittel, häng die Tücher zum Trocknen auf und reinige die Maschine regelmäßig.
Warum saugen neue Geschirrtücher nicht?
Weil sie noch Produktionsrückstände oder eine Appretur enthalten, die wie ein Film wirkt. Wasche neue Tücher vor dem ersten Gebrauch ohne Weichspüler; oft reicht die erste Wäsche, manchmal braucht es einige Waschgänge.
Warum sollte man Geschirrtücher nicht mit Weichspüler waschen?
Weil Weichspüler sich als Film um die Fasern legt und die Saugfähigkeit verringert. Genau die brauchst du beim Trocknen aber. Für weiche Tücher lieber den Trockner nutzen oder etwas Essig statt Weichspüler.